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  • iris235

Der Himmel fällt uns noch nicht auf den Kopf

Ich habe mir die letzten Tage ernsthaft überlegt, ob ich nicht der Einfachheit halber statt einen komplett neuen Text zu schreiben, nur meinen Blogeintrag von vor einem dreiviertel Jahr kopiere, das Wort Klimawandel durch Corona ersetze und mir damit weitere Arbeit erspare.

Wenn es alles in allem nicht so tragisch wäre, fände ich es fast schon lustig.

Nein, im Ernst: wie kann das denn nur sein? Wir lassen uns schon wieder durch einen Mainstream-Megahype an die Ketten unserer Angst legen und uns dadurch unsere Macht nehmen. Ohne jegliche greifbare, wissenschaftlich gefestigte Grundlage haben es weltweit die Regierungen geschafft, den Menschen ihr Grundrecht auf individuelle Freiheit zu nehmen und das innerhalb von einigen Tagen! Und die Leute begrüßen bzw. fordern das auch noch! Man ist ja egoistisch und vor allem verantwortungslos, wenn man seine eigene Freiheit bewahren will! Dass sich die bisher durchgeführten Maßnahmen jedoch in keiner Weise durch die tatsächlichen Fakten über Corona, die von vielen seriösen Ärzten sowie Epidemiologen weltweit vertreten werden, rechtfertigen lassen, sehen viele Menschen nicht. Im Gegenteil, man wird auch hier mal wieder (wie so oft bei unerwünschten Themen) als Verschwörungstheoretiker mundtot gemacht (siehe z.B. Dr. med. Wodarg).

Aber gut, ich möchte hier weniger auf die politische Lage eingehen (dafür bräuchte ich vermutlich ein Äquivalent von mindestens fünf DinA 4 Seiten an Platz) als vielmehr die Corona-Krise in einem Kontext betrachten, der bei den meisten bereits wieder in vollkommene Vergessenheit geraten ist und zwar, wie sich die aktuelle Situation auf die Natur auswirkt bzw. welche Konsequenzen daraus entstehen (könnten).

Und damit meine ich nicht nur, dass die Luftqualität so gut ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr, der Himmel so blau wie man es nur aus Erzählungen der Großeltern kennt etc. Das sind natürlich großartige Vorteile, die man (und Natur) in vollen Zügen genießen muss, doch das ist nur ein kleiner Teil des Gesamtbildes.

Ich möchte zunächst kurz auf ein Verhalten eingehen, dessen Bezeichnung auf ein kleines, süßes Tierchen anspielt (welches dadurch meines Erachtens verunglimpft wird, da Tiere in der Regel keine Verschwendung kennen). Ja, es ist klar, was ich meine: Hamsterkäufe. Neben der Tatsache, dass man dieser Tage in Supermärkten ein antisolidarisches Verhalten seiner Mitmenschen par excellence studieren kann (was in Anbetracht der endlosen, an jeder Ecke stehenden # Solidaritätshashtags schon fast ironisch anmutet), ist der Aspekt des richtigen Haushaltens mit diesen Vorräten erwähnenswert. Denn viele von uns haben nie ein effizientes Haushalten gelernt, weder in der Schule noch von den Eltern. (Da leider Hauswirtschaftslehre seit der Emanzipation der Frau als altmodisch, antifeministisch und in heutigen Zeiten der 24/7-Verfügbarkeit aller Dinge als obsolet empfunden wird.) Das bedeutet, meiner Einschätzung nach wird vermutlich ein Großteil der gehorteten Lebensmittel aufgrund abgelaufener MHDs in den Müll wandern (oder die Leute werden massiv zunehmen, da man zur Zeit ja kaum etwas anderes machen kann als essen, das wäre zumindest für die Umwelt das bessere Szenario ;) ). Wenn man bedenkt, wieviel Ressourcen, Energie und Arbeit nötig waren für die Herstellung dieser Nahrungsmittel, dann weiß man, weshalb ich Hamsterkäufe im Bezug auf Umweltschutz erwähne.

Aber nicht nur das Horten von Lebensmitteln stellt ein Problem für die Umwelt und das soziale Zusammenleben dar, ebenso könnte die zwangsverhängte Reise- bzw. Mobilitätsbeschränkung bei einer Normalisierung der Zustände ins Gegenteil ausschlagen. Ich gehe davon aus, dass viele, sobald es wieder erlaubt und möglich ist in andere Länder zu reisen, als erstes einen Urlaub buchen werden. Dann heißt es Adieu schöner blauer Himmel, Adieu gute Luft und Adieu, du unglaublich erholsame Ruhe. Aber es ist ihnen noch nicht einmal zu verdenken, denn Freiheit bedeutet ja auch, dorthin gehen zu können, wohin man will, und fast nichts symbolisiert das Gefühl, frei zu sein, heutzutage so sehr wie Reisen.

Dennoch sollte man sich zukünftig stets daran erinnern wie positiv eine Welt ohne Flugzeuge, ohne viel Autoverkehr auf die Natur und auf das menschliche Gemüt und die Gesundheit wirkt, bevor man eine Reise bucht, die vielleicht nicht unbedingt notwendig ist (bspw. 4 Tage New York, 8 Tage Malediven und dergleichen).

Diese Problematik lässt sich allerdings nicht nur auf die Mobilität beschränken, denn auch in anderen Bereichen kann es sein, dass der individuelle Egoismus aufgrund des momentanen „Verzichts“ in normalen Zeiten zunächst alle anderen Punkte auf den Prioritätenlisten schlägt. Selbst jetzt kräht schon kein Hahn mehr nach umweltfreundlichen Verpackungen, Herstellungsweisen, Transportwegen etc. Nein, jetzt sind die eigene Nahrungsversorgung, Gesundheit und der Komfort in der Krise wichtiger als unsere Umwelt. Genau dieses Verhalten ist es, weswegen ich die gesamte Umwelthysterie der letzten Monate nicht ernstnehmen konnte. So nah kann ja dann der Weltuntergang bzw. der Untergang der menschlichen Spezies (was für viele die gleiche Bedeutung hat) durch Umweltverpestung kaum sein, wenn bei der ersten Gelegenheit alle Vorsätze, alle Forderungen über Bord geworfen und vergessen werden. Nein, wirklicher Umweltschutz bedeutet in guten wie in schlechten Zeiten die Natur, in der man lebt und von der man abhängig ist, nach seinen besten Möglichkeiten zu schützen und zu achten und nicht nur gerade dann, wenn es in den Terminkalender passt oder es das soziale Ansehen erfordert.

Wie man in diesen Wochen feststellen kann, geht die Welt nicht unter, nur weil man nicht dreimal im Jahr um den Globus gondeln kann. Ist unser Komfort in irgendeiner Weise eingeschränkt, nur weil wir zur Zeit selbst zuhause kochen und backen statt essen zu gehen oder das Brot täglich vom Bäcker zu holen? (Solange man mit gefüllten Taschen aus dem Supermarkt kommt, Strom und Wasser unbegrenzt zur Verfügung stehen, haben wir sowieso noch lange keine Krise!)

Die Natur profitiert durch unser verändertes Alltagsverhalten in diesen Tagen enorm, lassen wir sie doch auch in normalen Zeiten weiterprofitieren. Ich hoffe, dass zur Zeit viele erkennen, dass ein Großteil dessen, von dem wir bisher überzeugt waren, ohne es nicht leben zu können, entbehrlich ist, sogar leicht entbehrlich. Vielleicht nutzen manche die freie Zeit auch, um über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens nachzudenken, zur Ruhe zu kommen und, wer weiß, dabei vielleicht gar ihren inneren Frieden entdecken.

Also, nutzt eure Zeit produktiv (seelisch, handwerklich etc.) und lasst euch nicht nur durch Netflix und Co. berieseln, das bringt weder euch noch der Welt irgendeinen Mehrwert! Seid kritisch, hinterfragt, werdet euch eurer inneren Macht bewusst, seid frei!

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