Highway to hell - Tiertransporte

 

In der heutigen Zeit ist die Produktion von Fleisch (und auch überwiegend anderer Produkte) durch die zunehmende Globalisierung/Vernetzung unserer Gesellschaft und Länder, leider nicht mehr in lokalen Distanzen, meist nicht einmal mehr regional konzipiert. Nicht nur, dass durch die langen Transportwege erheblich zum globalen CO2-Ausstoß beigetragen wird, im Falle von Tiertransporten stellen diese eine unerträgliche Qual für die Tiere dar. Denn es ist nicht eine Ausnahme, sondern die Regel, dass Tiere, die bspw. in Deutschland geboren, nach Frankreich zum Mästen und von dort nach Italien zum Schlachthof gebracht werden. So werden jährlich bis zu 188 Millionen Tiere nur durch Deutschland gekarrt; zwischen Europa und Drittländern werden 37 Millionen Rinder, Schweine, Schafe etc. sowie eine Billion Geflügeltiere jährlich hin und her transportiert. (Eine Billion ... man sollte sich einmal bewusst machen, wieviel das ist: es ist eine Zahl jenseits unseres Vorstellungsvermögens, ausgeschrieben 1.000.000.000.000, das sind 1000 Milliarden oder 1 Million Millionen ... man könnte ewig so weiter rechnen, aber was diese Zahl meiner Meinung nach ganz gut veranschaulicht, ist der Vergleich mit der menschlichen Bevölkerungszahl. Diese beträgt momentan weltweit 7,48 Milliarden. Das heißt, jährlich werden ca. 133 x die menschliche Bevölkerung ( 7.480.000.000) Geflügeltiere zwischen EU und Drittländern transportiert!)

Dass die Transporte für die Tiere kein Luxusurlaub sind, muss hier nicht großartig diskutiert werden, kann man ja davon ausgehen, dass die Unternehmen ihre Kosten möglichst gering halten wollen. So werden so viele Tiere wie möglich in meist doppelstöckige Wagen gepfercht, die in der Folge eng, mit unzureichender Luftzirkulation, und meist ohne Tränken sind. Zudem gibt es keine klare Regelung zu den Transportzeiten. Rinder dürfen bis zu 29 Stunden am Stück transportiert werden. Tatsächlich können die Tiere mitunter bis zu einigen Wochen innerhalb eines Transports unterwegs sein. Für manche unter uns ist allein die Vorstellung schon ein Graus, mehrere Stunden ohne Pause in einem geräumigen Bus unterwegs zu sein. Wer aber möchte auf engstem Raum, schwitzend, verängstigt, durstig, ... 29 Stunden am Stück (ohne auch nur eine Pause, in der man sich mal kurz strecken, frische Luft schnappen könnte) umhergefahren werden?! Dass dies purer Psychostress für die Tiere ist und gegen jede Menschlichkeit verstößt, ist selbsterklärend!

Seit Jahren bemühen sich Tierschutzorganisationen um eine Verbesserung der Transportbedingungen wie die Verkürzung der Fahrtzeiten, zusammenhängend mit in regionalen Distanzen gehaltener Geburt/Zucht/Schlachtung etc. Sie fordern, dass nur noch bereits verarbeitetes Fleisch in andere Länder transportiert werden darf (was meiner Ansicht nach kein allzu großes Problem für die Unternehmen darstellen sollte). Doch auch in diesem Fall ist es mal wieder so, dass den Organisationen eine riesige, diktierende Finanzmacht gegenübersteht, in diesem Fall, die Fleischindustrie. Und wo Kapitalismus auf Ethik bzw. moralisches Streben trifft, siegt traurigerweise in der Regel das Geld.

Daher ist für mich der nächstliegende Weg, diese Zustände über eine absinkende Nachfrage zu verbessern. Mit anderen Worten: Wir Konsumenten dürfen, in diesem Kontext, nur noch Fleisch kaufen, das aus dem lokalen oder wenigstens regionalen Umkreis kommt. Wichtig hierbei zu beachten: Sowohl Geburt, Aufzucht und Schlachtung müssen sich innerhalb dieser Distanzen befinden! Natürlich ist ein derartiges Fleisch um einiges teurer als anders produziertes, doch ich bin der Ansicht, dass es besser ist weniger Fleisch zu essen und dieses dafür qualitativ hochwertig und ethisch einigermaßen vertretbar ist, als oft/täglich und dieses dafür von minderer Qualität und ethisch nicht vertretbar ist.

Am allerbesten wäre natürlich eine vegetarische (regionale!) Ernährung, dann wären die mit der Massentierhaltung verbundenen Probleme weitestgehend hinfällig.

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