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  • iris235

Der Sinn hinter den Dingen


Zwischen Apfelmus kochen, Zwetschgen einwecken und Saftflaschen abfüllen, finde ich endlich mal wieder Zeit zum Schreiben. :)

Während ich also da saß und kiloweise Obst schälte, ging mir des Öfteren der Gedanke durch den Kopf, wieso ich das eigentlich alles mache. Und mit "alles" meine ich nicht nur Obst einzuwecken, sondern meine Website, meine Versuche, Dinge umweltfreundlich zu produzieren, meinen Blog, meine Gartenarbeit, umweltbewusst einzukaufen und zu leben,...einfach alles eben. Wäre es denn nicht viel einfacher, wie der Großteil der Bevölkerung es macht, einem Job im Angestelltenverhältnis nachzugehen, am Ende des Monats seinen Gehaltsscheck zu bekommen, zweimal im Jahr mit dem überschüssigen Geld in den Urlaub zu fahren sowie Lebensmittel und alles was man so braucht (und nicht braucht) in irgendwelchen Kettenläden zu kaufen?

Wieso mache ich mir die Mühe, mein Gemüse und Obst selbst anzubauen, es für den Winter haltbar zu machen, vieles selbst zu produzieren (soweit es mir möglich ist), darauf zu achten, dass sich mein Stromverbrauch in Grenzen hält, Wasser zu sparen, Plastik zu vermeiden etc. etc. ?? Und das alles, um am Ende des Monats keinen Gehaltsscheck zu bekommen; zu sehen, dass nicht einmal die engsten Freunde und Familienmitglieder sich bemühen, die Inhalte meiner Texte auch nur ansatzweise umzusetzen; mich oft blöd anreden lassen zu müssen, weil ich nichts "Gescheites" mache (=Teil des Systems sein).

Auch könnte ich manchmal heulen, wenn ich an der Kasse eines Supermarktes stehe und sehe, was die Leute vor mir auf dem Band liegen haben. In diesen und ähnlichen Momenten zweifle ich wirklich jede, aber auch jede Bemühung hinsichtlich einer Bewusstseinsveränderung der breiten Masse hin zu einem umweltbewussten Leben an. Manchmal könnte man wirklich den Mut verlieren. Deshalb meine Frage: warum mache ich das trotzdem alles?! Mein Gott, wie oft habe ich mir schon überlegt, einfach alles hinzuschmeißen, mir irgendeinen Bürojob zu suchen und mich sonst um nichts mehr zu kümmern. Aber irgendetwas hält mich jedesmal zurück. Warum?

Die Antwort ist im Grunde sehr leicht: Es tut mir in der Seele weh, wie die Menschheit diesen wunderschönen Planeten mit all seinen faszinierenden Lebewesen behandelt. Und ich kann einfach nicht tatenlos zusehen. Ich bin kein großer Fan von Demonstrationen und aktivistischer Arbeit, wobei diese natürlich sicherlich auch ihre Ergebnisse nachsichziehen. Ich glaube allerdings, der beste Weg ist es, als Beispiel voran zu gehen. Natürlich bin auch ich nicht perfekt, manchmal habe ich das Gefühl, man kann es umweltethisch gesehen gar nicht richtig machen, wie man es macht ist es in irgendeiner Weise falsch sozusagen. Aber wenigstens kann man seinen Mitmenschen zeigen, welche Lebenswege es neben dem typischen modernen Wohlstands-Konsum-Leben noch gibt. Ohne dabei aber gleich in das andere Extrem eines zurückgezogenen, Hanfkleidung tragenden Einsiedler-Ökos zu driften (nichts für ungut ;) ).

Und ganz ehrlich: wenn auch nur ein Mensch aufgrund meiner Texte seine Einstellung, seine Lebensweise überdenkt und vielleicht tatsächlich auch ändert, haben sich all meine Bemühungen, die Hunderte von Stunden Arbeit an der Website, das Geld, das ich bisher investiert habe, die immer wieder sehr anstrengende Überwindung all meiner Selbstzweifel - all das hat sich dann (für mich) gelohnt.

Ich weiß es also sehr gut, manchmal gehört extrem viel Durchhaltevermögen dazu, bei einer Sache zu bleiben, die einem wichtig ist, aber vermeintlich ohne Ergebnisse bleibt. Aber ich bin der Meinung, dass es sich irgendwann garantiert auszahlen wird. Und wenn es erst nach dem Tod sein sollte, egal. Jede Bemühung zieht Ergebnisse nach sich.

Also, nicht verzagen! Bei welcher Sache auch immer. Bleib dran! Es lohnt sich stets ;)


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